Dienstag, 2. März 2010

Qualität



Das sogenannte Qualitätsmanagement System ist wie ein Pilz in die hintersten Ecken unserer Gesellschaft ein gefressen.

Das Problem dabei zeigt sich schon im Wort selber. Qualität ist etwas, das aus sich selber heraus wächst. So etwas kann man nie und nimmer managen. Management ist vom Prinzip her etwas, dass Etwas managt. Dabei kann keine Qualität wachsen, von aussen organisiert. Qualität ist ein inne- wohnender Quell.

Ehrlicherweise müsste das inzwischen omnipotente Qualitätsmanagement eigentlich Quantitätsmanagement heissen. Quantität kann man messen und von aussen steuern.

Diese grauenhafte Begriffsungenauigkeit hat in den letzten 20 Jahren mehr Schaden angerichtet als Berge von hoch radioaktivem Müll es je tun könnten.

Die Pisa und Bologna Studien sind der hoch zerstörerische Müll dieser gedanklichen Pfuscherei. In einer Welt, die denkt, es müssen Atome nur genug komplex zusammen gemischt werden, damit sie ab irgend einer Komplexitätsgrenze anfangen zu denken, sieht man eben nicht, das zum Beispiel das Denken etwas ist, das Quellhaft aus sich selber entsteht. Man meint man könne Gedanken messen wie man Kilometer oder Kartoffeln messen kann. Man meint man könne Gedanken managen. Das ist Dumm und hat mit wirklichem Nachdenken nichts zu tun.

Die Folgen sind verheerend. Schon mit 12 Jahren werden die Menschen gemessen und in drei vier Schubladen der Gesellschaft eingeteilt. Die einen können studieren, andere können noch anspruchsvolle Berufe erlernen und anschliessend eine Art Berufsmatura machen. Die unteren zwei Kasten können weder das eine noch das andere. Das wird festgelegt auf dem Grunde einer Messung mit Schulnoten und hat für das ganze restliche Leben dieses Menschen unumkehrbare Folgen. Dabei ist eben das Wesen eines Menschen genau gleich wie das Denken eine Qualität und kann somit niemals gemessen werden. Sie ist Quellhaft und nicht Deterministisch. Es entsteht durch diesen Versuch mittels einer Messung von Qualität Ordnung zu schaffen die schlechtest mögliche Unordnung, ein Qualitätsmissmanagement eben. Es gibt Menschen die entwickeln erst mit zwanzig oder gar dreissig Jahren ein Interesse etwas zu studieren. In der Schulzeit waren sie vielleicht noch sehr träumerisch oder mehr auf anderes ausgerichtet als trockenes Lernen. Für solche Menschen ist es fast unmöglich ihre vielleicht grossen Fähigkeiten je in diese Gesellschaft einfliessen zu lassen. Die Gesellschaft verliert so nicht nur ein unglaubliches Potenzial, sondern schafft Neid Krankheit und falscher Stolz auf der anderen Seite. Gifte, die als schlimmster Sondermüll in unserem Sozialem Zusammensein ungeahnte zerstörerische Kräfte hervor rufen.

Die Frage laute nun wieso macht man im Bildungssystem ein solchen bodenlosen Blödsinn? Natürlich kommt es nicht nur daher, dass man exaktes Denken über zum Beispiel Quantität und Qualität nicht mehr führen kann. Es kommt auch daher, das unsere gesamten Gesellschaftlichen Zielen Quantitativ geworden sind. Wir haben Hochschulen Damit. Wir haben keine Hochschulen mehr aus Interesse. Ein übrigens wunderbares Wort aus dem lateinischen „inter essere“ heisst darinnen sein, also Quell sein. Grund selber sein. Nicht zum Nutzen sein. Hochschulen, die keine Sekten sind wie die heutigen, müssten also für alle ihre Tore offen haben egal welche Schulbildung jemand hat. Muss man jemandem zum Beispiel eine physikalische Theorie erklären, der mathematisch nicht ganz so geübt ist, wir man sich solchermassen anstrengen müssen, dass man gerade dadurch vielleicht erst erkennt, wo genau diese Theorie krankt oder noch falsch gedacht ist. Es wird jeder selber merken beim Studieren, ob ihm dieses Studium weiter bringt oder nicht. Dafür braucht es keine Prüfungen und Professoren, die einem aus der Uni werfen. Studium und Kultur im Allgemeinen dürfen nicht der Wirtschaft dienen. Die Wirtschaft hat sich viel mehr der Kultur unter zu stellen. Das Ziel ist das sich entfalten eines jeden in der Gesellschaft die Wirtschaft ist und bleibt nur der Zweck dazu. Wenn nun kein Interesse mehr besteht an immer noch mehr Autos ist das keine Katastrophe. Aus dem Interesse jedes einzelnen wird sich von selbst die nötige Wirtschaft darum herum bilden. Es wird höchst wahrscheinlich keine sein mit ewigem Wachstum, umso mehr werden aber einzelne Menschen wieder wachsen können in ihrer persönlichen Entwicklung. Es gilt also nicht nur das Gesetzt, dass man Qualität nicht messen und vor allem nicht vergleichen kann wie Quantität, sondern auch das Gesetzt, dass Qualität immer vor Quantität kommen muss. Mit anderen Worten, so wie sich Menschen aus sich selber heraus entwickeln schaffen sie erst die Bedürfnisse anhand deren eine Wirtschaft sich zu richten hat.

Dies Basteler und Masteler sind nun der Gipfel das nicht Verstehens vom ganz anderen Wesens von Qualität und Quantität. Die Baschteler und Matschelers sind reine Quantitätshächler und haben mit Bildung rein gar nichts mehr zu tun. Die geistige Kultur muss ein von der Wirtschaft unabhängiges Glied sein in unserer Gesellschaft und vor Wachstum prioritär sein. Bildung sagt schon im Wort selber, dass es sich eben bildet und nie als Zweck dienen kann. Bildung kann nicht gesteuert werden. Wenn Bildung in jedem einzelen sich bildet, ist sie Quellhaft, das heisst von innen her iniziert. Ansonsten würde ich eher den Begriff Verbildung wählen, etwas komplet anderes allerdings.

Kommentare:

  1. Hallo Studis



    Ich studiere zwar auch, bin aber kein offizieller Student. Hier in der Schweiz herrscht ein Bildungskastensystem. Wer keine Matura hat, ist schon gar nicht zu gelassen zum Studium. Ob man ans Gymnasium kommt oder nicht wird mit zarten 12 Jahren entschieden. Es ist stark abhängig von der Sympathie der Lehrerin oder der Lehrer. Es wird gemessen anhand von Noten. Und hier sind wir auch schon am Kernfehler unseres gesamten Bildungssystem angelangt. Quantität lässt sich exakt messen. Begabung Interesse, Qualität und viele andere Aspekte eines Menschen lassen sich aber nicht messen. Es gibt keine wissenschaftlich gültige Skala dafür und kann sie auch nie geben. Die einzige Instanz die beurteilen kann, ob jemand studieren kann, ist er selber. Bringt er das Interesse mit, wird er im Laufe eines Studiums schon selber sehen, ob er die Kraft hat sich in ein Stoff ein zu arbeiten oder nicht. Universitäten müssen ihre Tore für alle auftun! Wenn man nun sagt, dass der Unibetrieb sich zu fest an der Wirtschaft ausrichtet, gibt es eigentlich nur einen Weg solchem aus dem Weg zu gehen. Abschaffung jeglicher Abschlüsse. Ein Abschluss in Bildungsangelegenheit ist vom Studierenden aus gesehen so oder so ein purer Blödsinn. Es gibt kein Fach in dem man irgendwann sagen kann, jetzt habe ich alles gelernt, ich schliesse das lernen nun ab. Abschlüsse sind nur da, um zu vergleichen. Das geht aber leider nicht. Ich kann zwei Kartoffeln anhand ihres Gewichtes vergleichen. Ich kann aber niemals die Fähigkeiten zweier Menschen in einem bestimmten Gebiet vergleichen, weil es dafür keine wissenschaftliche Skala geben kann. Wenn die Wirtschaft also Fachpersonal braucht, muss sie eben selber sehen, dass sie ihren Mitarbeitern das beibringt was in dem Betrieb von Nöten ist. Sie muss sich bei Einstellungen von Personal wieder auf verlängerte Probezeiten und intensive Weiterbildung einlassen. Sie kann Fachkraft nicht mehr bestellen, wie man bestimmte Maschinen bestellen kann. Das ist nicht die Aufgabe der Unis der Wirtschaft Fachpersonal zu liefern. Die Aufgabe der Unis ist zu Forschen, an unserer Kultur weiter zu arbeiten und Anlaufstelle zu sein für Interessierte auf allen Gebieten der Wissenschaft. Die Aufgabe der Uni ist die Wissenschaft. Die Aufgabe der Wirtschaft bleibt die Wirtschaft. Darin müsste man extrem radikal sein. Es käme sowohl der Wirtschaft zu gute als auch der Wissenschaft. Kein Betrieb würde mehr sinnlos Personal verheizen, wenn es dieses mühsam ausgebildet hat. Heute kann man aus kleinen Antiphatien heraus einfach mal jemand auf die Strasse stellen und eine andere sogenannt qualifizierte Kraft holen. Damit wäre sehr schnell Schluss. Es käme der Wissenschaft extrem zu gute. Es sässe kein einziger Student mehr an der Uni, nur weil er ein Doktor holen will. Es gäbe da gar keinen Doktor oder Baschteler oder Maschtleler mehr zu holen. Es würden nur noch Student/innen an der Uni sein, die wirklich etwas lernen wollen, die wirklich Interesse am Stoff haben. Kein Dozent/in könnte sich hinter Bildungszielen verstecken. Er müsste seine Vorträge nach den Interessen der Zuhörer richten, weil er sonst sehr schnell alleine wäre in seiner Aula. Bildung kommt von innen. Es bildet sich. Niemand kann und darf das von aussen steuern. Ansonsten ist es Formung. Formung gehört in die Wirtschaft. Da muss ein Betrieb die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter/innen formen, damit er seine Produkte herstellen kann. Ich habe jetzt sieben Jahre lang an der EB Zürich Computergestaltung und Programmierkurse besucht. Ich fand nicht einen einzigen Teilnehmer, der dort sass weil er einen Abschluss wollte. Der Abschluss der Erwachsenenbildungskurse ist zum Glück eh noch praktisch nichts wert. Die vielen Mitschüler, die ich dort traf kamen ausschliesslich, weil sie sich für den Stoff des jeweiligen Kurses interessierten. Es war eine wunderbare Zeit. Die EB könnte der Uni zeigen was eine Uni eigentlich sein müsste!

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  2. Grabensruhe
    Es ist leider genau so gekommen, wie ich befürchtet habe. Der Schweizer Studentenprotest ist im allgemeinen Büffeln um die Baschtelers und Maschtelers sang und klang los untergegangen. Studenten haben heut zu tage einfach keine Zeit mehr zum nachstudieren.

    Hier noch zwei Beiträge, die ich zu dem leidigen Thema in anderen Blogs geschrieben habe;

    Wenn man diesen Klimaforschern zuschaut, fällt einem auf, dass sie gewöhnt sind auf eine Vorgabe hin zu arbeiten. In diesem Fall ist es sogar eine politische Vorgabe, nämlich die des IPCC. Solches auf Vorgaben hingerichtetes Forschen, sieht man aber nicht nur bei Klimaforschern. Ganz ausgeprägt zeigte sich ein solches Verhalten bei Virologen wie dem Alfred Osterhaus, der gezahlt von mehreren grossen Pharmafirmen auch noch eine führende Position in der WHO innehält. Doch nicht nur bei Naturwissenschaftlern sieht man immer stärker ein Arbeiten nach Vorgabe, auch in der Geisteswissenschaft läuft das gleiche Spiel. In der heutigen Geisteswissenschaft ist nach wie vor die Erkenntnis Theorie von Kant richtungweisend. Kant sagte, dass wir das Ding an sich nie sehen können, weil es erst durch Nervenübertragung in uns Wirkung zeigt. Er gibt dem Sinn, der in den Dingen ihren eigenen inneren Sinn sehen keine Berechtigung. Wenn wir spüren, dass ein Baum eine Pflanze ist, und das Pflanze sein etwas ganz reales ist, und keine Abstrakte Erklärung, verstossen wir gegen die Erkenntnis Theorie von Kant. Ich möchte hier nichts böses sagen gegen Kant. Er hat mit dazu beigetragen, dass wir uns von dem Joch der Kirche befreien konnten durch die Aufklärung. Nur stehen wir heute vor einem mindestens ebenso bedrohlichen Joch, nämlich der Wissenschaft, die uns weis machen möchte, dass alles deterministisch ist. Das heisst, das der Mensch im Prinzip keinen freien Willen hat. Diese Wissenschaft behauptet nun praktisch das gleiche, wie die tyrannische Kirche damals. An heutigen Universitäten wird in Philosophie nichts über die Philosophie der Freiheit berichtet von Rudolf Steiner, die genau das widerlegt.

    Wir sehen also, dass an unseren Unis zurzeit einiges schief läuft. Die Frage ist nur, wieso können sich die Studenten nicht dagegen wehren? Die Antwort darauf ist einfach. Sie müssen nach Vorgaben lernen, wenn sie den Doktor erreichen wollen. Erreichen sie den nicht, müssen sie wie alle anderen die sehr viel schlechter bezahlten und anstrengenderen Arbeiten machen, wie auf dem Bau arbeiten, in der Pflege arbeiten, Lager auffüllen oder Klos reinigen. Darum hatte diese Studentenbewegung schlicht keine Chance. Eine Studentenbewegung, die sich von dieser nach Vorgabe gerichteten Scheinforschung befreien kann, kann nur von Nichtstudenten gewonnen werden. Also von Menschen, die nicht abhängig sind von den Vorgaben, weil sie eh nicht zur Elite zugelassen wurden aus was für Gründen auch immer. In dem Sinne ist das eine Aufforderung an alle Nichtstudenten mit studieren an zu fangen. Lest Bücher über Physik, Chemie Philosophie und allen anderen Wissenschaften. Schliesst Euch zusammen und lernt gemeinsam, nicht um ein Doktortitel zu erhalten, sondern um die immer dichteren Nebelschwaden, der heutigen etablierten Forschung zu lichten. Baut Viktor Schauberger Spiralen und findet das Geheimnis wie man aus dem Erdmagnetfeld Energie anzapfen kann, wie es Tesla vorgemacht hatte.Wir können froh sein, dass sich die modernen Hochschulen selber an die Wand fahren. Es werden Schulen kommen, die nicht mehr korrupt sein werden, sondern wirklich forschen werden. Diese Schulen werden kein bisschen elitär mehr sein. Das werden Schulen sein, die ihre Tore für alle offen haben werden. Erst solches wird man wieder zurecht als Universität bezeichnen können. Forscht, weil die korrupte Forschung ausgedient hat!!

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  3. Ich wünsche mir Tiefstudierende und keine Hochstudenten. Hoch, Hoch, und noch höher, da sieht man ja gerade wie abgehoben das ganz geworden ist.

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