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Freitag, 31. Dezember 2010

WintiTower

Bruno Stefanini




Das ist nicht etwa ein UFO am landen.
Das ist der Wintitower.
Ursprünglich war das der Hauptsitz der Firma Sulzer.
Winterthur war eine Industriestadt, wie Liverpool oder Lion in Frankreich.
Hier wurden aus den Webstühlen Schritt für Schritt Webfabriken. Daraus entstand die die Welt total verändernde Maschinen Industrie.
Das Hochhaus steht seit vielen vielen Jahren leer.
Man dachte darüber nach es ab zu reissen.
Da kam der mit Abstand reichste Winterthurer Bruno Stefanini und kaufte es
für 60 Milionen. Mindestens ebenso viel steckte er in die nötige Renovation und das aufstocken des Gebäudes um drei weitere Stockwerke.
Für normal Kapitalisten ist das eines der grössten Rätsel unserer Zeit.
Wie kann ein normal- Schlaumeier ein solch teures Haus kaufen und so viel Geld hinein stecken, nur um es weitere viele Jahre leer stehen zu lassen..!?
Sie denken sich die Köpfe heiss, kommen aber nicht ein bisschen hinter die Beweggründe von Bruno Stefanini.
Dabei spricht er es ganz offen aus.
Der Grund wieso er das Hochhaus gekauft hatte, ist schlicht und einfach.
Er liebt das Haus!
So etwas kann ein normal Kapitalist nie und nimmer verstehen; lieben!
Der hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Nun gut, Herr Stefanini hat wie schon gesagt mit Abstand am meisten Tassen im Schrank von allen Winterthurer, sprich die meiste Kohle auf der hohen Kante.
Man sah ihn vor dem Umbau von den Anhöhen rund um Winterthur aus, wie er auf seinem neuen Hausdach spazierte, natürlich nur mit dem Fernglas. Er zog hier ein wild wachsender Strauch aus auf seinem Dach und dort einer. Mit seinem inzwischen schneeweissen Haar konnte er auch auf die Ferne sofort erkannt werden. Niemand ahnte damals, dass er bereits plante sein Turm um drei weitere Stockwerke zu erhöhen. Niemand glaubte ihm, dass er dieses Haus nur darum gekauft hatte, weil er es für die Geschichte Winterthur als ein sehr wichtiges Haus einschätzte und den Abriss verhindern wollte.
Eine alte Tradition noch von der Zeit von Sulzer her, war, dass um die Weihnachtszeit die Fenster so angemacht wurden, dass daraus der grösste Tannenbaum Europas entstand. Am Silvester stand dann jeweils das neue Datum auf dem Hochhaus beleuchtet auch durch gezielt an gemachte Bürolichter.
Das war schön.
Und das ist immer noch schön.
Auch wenn es bei Stefanini nun vier Sektgläser sind auf jeder Fassade eines.
Dafür kann man so ein Hochhaus tatsächlich lieb kriegen.
Doch das versteht die immer aggressiver um sich schlagende Geschäftswelt nicht.
Herr Stefanini ist nun schon ein sehr alter Mann.
Ich wünsche ihm noch viele schöne Jahre mit seinem Turm.
Hätte es ihn nicht gegeben, hätte in Winterthur die Profitgier wie in so vielen anderen Städten die schönsten Häuser dem Baggerzahn überlassen.
Es scheint wie ein kleines Wunder, dass ausgerechnet in Winterthur jemand so reich wurde, obwohl er sein kindliches Gemüt bis ins hohe Alter nie verloren hatte. Es ist als ob Winterthur für seine Vergangenheit belohnt wurde.
Eine Vergangenheit, die eine der grossen Wiegen war unserer modernen Industrie Zeit.
Langsam sehen das auch andere.
Obwohl praktisch alle sich über diesen schrägen super reichen Mann beklagt haben über all die Jahre, beginnt es einigen zu dämmern. Er der immer kam um alte Häuser, die er einfach liebte zu kaufen und sie vor dem Abriss zu schützen. Man beginnt zu verstehen, dass das diese Stadt vor so manchem Kahlschlag bewahrt hatte, der sonst unter der Logik des Geldes geschehen wäre.
Es gibt eben auch Menschen mit sehr viel Geld, die auch noch anderes kennen als die Logik des Geldes.
Menschen die nicht nach Marktgesetzen handeln, sondern weil sie etwas lieben.
Ich sehe das Haus übrigens von meinem Bett aus. Und bin schon fast ein bisschen stolz auf den Bau. Selbst wenn ich mit moderner Archidektur sonst herzlich wenig anfangen kann.

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