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Mittwoch, 21. Dezember 2011

Trick

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Die Frage, die viele von uns am meisten beschäftigt ist;
Wieso ist unsere Zeit so aus den Fugen geraten.
Man ist versucht die Ursachen in vielerlei Symptomen zu suchen.
Dabei wird die Frage meist noch brennender, die Antworten weichen immer mehr zurück.
Eines scheint klar zu sein. Etwas ist ganz neu zu uns Menschen dazu gekommen.

Die Technik.

Es ist also ein viel versprechender, vielleicht klärender Weg, sich einmal zu fragen, was den Technik eigentlich ist.
Technik ist ein grosser Palast aus hunderttausend Tricks, die man anstellt, um etwas besser in Griff zu bekommen. Was ist gemeint mit etwas? Etwas ist immer etwas aussen, dem man Herr werden möchte. Es erforderte eine grosse Gedankenkraft alle die Erfindungen zu machen, die uns in die Moderne katapultiert hatten. All diese gebündelte Gedankenkraft wurde angewendet, um zu beherrschen.
Die Kirchturmuhr machte den Anfang. Sie wurde gebaut, um den Zeiten lauf zu kontrollieren. Danach kam der Webstuhl. Er wurde erfunden, um Stoffe noch feiner und vor allem sehr viel schneller herstellen zu können. Die Dampfmaschinen befreiten uns von dem gefrässigen Pferden. Die Computer ermöglichten uns abstraktes zusammenfügen in Milliarden facher Geschwindigkeit. Die Erfolge blieben nicht aus. Immer mehr Kraft, wird eingesetzt, um alles um uns noch besser zu beherrschen.
Sie denken jetzt vielleicht, ich gehöre zu denjenigen, die das alles verteufeln wollen. Da muss ich sie leider enttäuschen! Mein Beruf ist Trickfilmer. Ich arbeite nicht nur tagtäglich mit Technik, ich mache dabei zudem fast nichts anderes als Tricks ein zu setzen, um meine 3d Filme herzustellen. Ich könnte solches nicht machen, wenn ich es als böse und schlecht betrachten würden. Ich liebe es Trickfilme zu machen. Ich bin ein Mensch im Herzen der Technik.
Und gerade deswegen muss ich mir die Frage stellen, was ist nun eigentlich das Wesen der Technik.
Die Antwort ist;
die Beherrschung,
doch nicht die Beherrschung von mir selber,
sondern von allem anderen.
Und genau hier beginnt man die Schattenseiten, der so erfolgreichen Technik zu erkennen. Jedes Wirken hat neben seinem guten Absichten seinen Schatten. Vor lauter Konzentration auf das beherrschen der Welt, fehlt mir immer mehr Zeit an der Beherrschung von mir selber zu arbeiten.
Vor tausend Jahren, wäre das nicht weiter schlimm gewesen. Damals war ich eingebunden in den Zeiten Lauf.
Ich musste am Morgen weit gehen bis zum Brunnen, um Wasser zu holen.
Ich musste Feuer anmachen, um das Haus zu wärmen.
Ich musste Holz hacken für den nächsten Tag.
Ich musste meine Hose flicken, weil es noch keinen Supermarkt gab, wo ich mir schnell ein paar neue Hosen hätte kaufen können.
Ich musste das Feld bestellen,
die Tiere futtern,
um am Abend müde und erfüllt ins Bett zu fallen.
Durch die Technik muss ich all das nicht mehr machen.
Ich bin frei geworden vom Zeiten Lauf.
Leider ist Freiheit zwar durchaus erstrebenswert, doch nicht immer einfach zu handhaben. Was mache ich nun mit all der gewonnen Zeit. Langeweile ein ganz neues Gespenst. Vor nur fünfhundert Jahren gab es dieses Gespenst noch gar nicht. Ein gefährliches extrem hinterhältiges Gespenst.
Ich suche den Sinn des Lebens. Eine Suche, die früher nicht zur Debatte stand. Der Sinn vom Herbst war es sich auf den Winter vor zu bereiten. Der Sinn vom Winter war es nicht mehr so viel auf dem Feld zu sein, mehr mit meinen Familienangehörigen in der Stube zu sitzen. Ich musste Werkzeuge reparieren um parat zu sein für den Frühling damit ich die Gärten und Felder wieder neu bestellen konnte. Niemand fragte sich nach dem Sinn vom Leben. Der Sinn lag auf der Hand.
Es stehen also ganz neue Anforderungen an mich da. Alle diese neuen Anforderungen verlangen von mir ein verstärktes arbeiten an mir selber. Doch genau das ist das Gegenteil von Technik. Es ist das beherrschen von mir selber und nicht das erobern der Welt. Und immer deutlicher tritt das Bild der Waage vor mein Auge. Ich beginne zu verstehen, dass jeder Trick, den ich auf die Aussenwelt anwende, eine innere Kraft braucht, um mit den Folgen dieses Tricks um gehen zu können. Der Zauberlehrling von Goethe war ein sehr poetisch verdichtetes verstehen, von den Problemen in denen wir zweihundert Jahre später mitten drin stehen! Der Zauberlehrling beherrschte zwar den Trick um die Besen zu knechten, hatte aber nicht die innere Kraft, um mit den Folgen umgehen zu können, und den Alptraum wieder zu stoppen.
Ganz schlimm wird es dann, wenn wir anfangen das Tricksen zu verinnerlichen. Aus Tricks werden im inneren Lügen, Egoismus und Gier, wenn die innere Stärke dem Gang der Welt nicht mehr nachkommt. Ironischer weise ist genau das, die vermutlich schönste Frucht der Technik. Zum ersten mal sehen wir ganz bewusst, dass wir an uns selber arbeiten müssen. Wir werden durch die Folgen der Technik gerade zu dazu gezwungen. Herausgerissen aus Jahreslauf und Dorfgemeinschaft.
Und das Gegenteil vom Trick, ist eben Vertiefung, Hingabe, Dabei sein und nicht dagegen. Wenn wir draussen Tricksen, oder eben Technik anwenden, müssen wir innen tiefer werden, uns besser verstehen, und lernen, dass man Materie zwar beherrschen kann, dass man andere Menschen aber nicht behandeln sollte wie Ware. Das Gegenteil von Trick ist vielleicht Respekt. Und ohne das Gegenteil von Trick gerät die Welt durch Technik aus den Fugen.
Wir sollten an den Schulen nicht nur „Auswendig“ lernen, sondern mit einander innerlich reifen, um vorbereitet zu sein an einer wirklich modernen Welt zu arbeiten. Profitdenken ist nichts anderes als verinnerlichtes technisches Denken und endet ohne inneren Kontrapunkt in der Katastrophe.
Es wird mir immer klarer, dass die ganze soziale Katastrophe nichts anderes ist als das Verinnerlichen des Tricksens. Dass die ganze Kälte von heute eigentlich das Wesen ist der Technik, das nicht nur die Welt eroberte, sondern auch noch unsere Herzen verfinstert. Und dass man dieser brauchbaren Kälte innere Wärme entgegen stellen muss.
Ich denke ein solches Gedankenbild müsste am Anfang einer jeder Ingenieurinnen Karriere stehen, dann müsste man sich vor den Folgen eines solchen Studiums in keinerlei Weise mehr fürchten.
Es kann also nicht darum gehen Geisteswissenschaften an Universitäten nicht mehr so stark zu fördern, weil sie keinen marktwirtschaftlichen Profit abwerfen. Man sollte im Gegenteil Geisteswissenschaften verstärkt fördern, um besser mit den die Folgen der Technik umgehen zu können.
Im Moment geht es leider ganz und gar in die andere Richtung. Ich bin aber zuversichtlich, dass uns das Wasser schon bald derart bis zum Hals stehen wird, dass wir freiwillig eine innere Umkehr antreten werden.
Genau das wird der eigentliche Triumphzug werden der Technik.


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